Arbeiten in der Pflege während der Coronazeit

Von jetzt auf gleich hieß es, alle Türen zu. Das mussten wir und unsere Bewohner/innen erst mal begreifen. Was heißt das für unsere Arbeit und unsere Abläufe?

Anfangs war es nicht groß anders, neben der Pflege haben wir Telefonate angenommen, Termine mit Angehörigen abgemacht und die Bewohner/innen an die Tür gebracht.

Unsere Aufgabe neben der Pflege war es, darauf zu achten, dass niemand reinkommt.

Die Angehörigen durften nicht rein, also sind die Bewohner/innen raus.

Nach einiger Zeit mussten wir das dann auch unterbinden, da das Risiko einer Infektion zu groß wurde.
Auch die Mitarbeiter/innen haben ihre Kontakte auf den eigenen Haushalt und die Einkäufe reduziert. Für uns war das anfangs nicht ganz einfach, wir waren uns aber unserer Aufgabe, der Verantwortung und dem Risiko immer bewusst.

Das bedeutet, auch wir haben unsere Angehörigen nur noch von weitem oder per Video gesehen. Auch die Kontakte zu Freunden waren für uns reduziert, bevor der Lockdown gekommen ist.

Wir haben den Emilienpark und das Kontaktverbot vor den Anordnungen geschlossen, was sich bis jetzt aber als absolut korrekt erwiesen hat.

Unsere Tagesabläufe waren dennoch weitestgehend unverändert, bis auf den Mund-und-Nasenschutz. Durch viele Gespräche mit den Bewohner/innen, ist die Bindung enger und vertrauter geworden. Auch das Miteinander während der Mahlzeiten auf den Wohnbereichen hat sich verändert. Die Mahlzeiten laufen ruhiger und gemeinschaftlicher ab, einige Bewohner/innen haben überraschend wieder angefangen selbstständig zu essen, was vielleicht auf die neue Atmosphäre innerhalb der Gemeinschaft zurückzuführen ist. Besonders unsere dementen Bewohner/innen benötigen besondere Aufmerksamkeit, da wir darauf achten müssen, dass sie das Haus nicht unbeaufsichtigt verlassen und sich nur in einem gesonderten Bereich im Freien bewegen. Manchmal bedurfte es auch hier auch Ausnahmen zum Wohl der Bewohner/innen. Wir haben immer darauf geachtet, dass wir uns alle im Haus frei bewegen können und auch die Gemeinschaft nicht eingeschränkt ist.

Das Leben auf den Wohnbereichen war nicht eingeschränkt, das war uns sehr wichtig. Der Alltag für die Bewohner/innen ging weiter.

Unsere Bewohner/innen haben sich auch untereinander gekümmert und mit uns immer wieder das Gespräch gesucht, wie es mit Corona weitergeht. Die Telefonate, Videotelefonate oder Balkon-Besuche haben die Zeit etwas erleichtert. Den Mehraufwand, der dadurch entstanden ist, haben wir mit viel Einsatz und auch ein paar Überstunden gut gemeistert. Ein Punkt, der viel Zeit in Anspruch nimmt, ist die tägliche Temperaturkontrolle bei allen Bewohner/innen. Da hat auch nicht mehr jede/r Lust drauf.

Als die Besuche unter Einhaltung der Hygienerichtlinien wieder möglich waren, haben sich die Bewohner/innen gefreut, aber nicht immer verstanden, wieso sie ihre Angehörigen nicht in den Arm nehmen dürfen. Dies haben wir dann auf dem Wohnbereich aufgefangen und erklärt.

Natürlich hatten wir immer wieder Bewohner/innen, die aus gegebenen Gründen in Quarantäne mussten, aber alle Fälle waren negativ. Wir konnten die Quarantäne auch immer wieder aufheben. Umso größer war die Freude, sich dann auf Station wiederzusehen. Das Verständnis der Bewohner/innen war immer vorhanden, auch wenn es nicht schön war. Umso größer war dann die Freude, wenn die Quarantäne aufgehoben werden konnte.

Die Grundpflege, das Duschen und alle weiteren pflegerischen Tätigkeiten mit Mund-und-Nasenmaske sind nicht angenehm - weder für die Pflegekräfte noch für die Bewohner/innen. Die Verständigung ist eingeschränkt, da man sich schwerer versteht. Die Wärmeentwicklung unter den Masken ist auch enorm, was das Arbeiten körperlich anstrengender macht.

Wie ist es auf einer Station zu arbeiten, die unter Quarantäne steht?

Da war er - es gab einen bestätigten Fall eines externen Mitarbeiters, und wir mussten Teile unseres Pandemieplans anwenden. Wir Pflegekräfte mussten uns deutlich mehr schützen. 8 Stunden komplette Schutzkleidung, 8 Stunden eine Mund-Nasen-Maske. Die Grundpflege mit Mund-Nasen–Schutz und Gesichtsschutz, das alles bei Temperaturen, die sonst sehr angenehm sind. Unsere Bewohner/innen haben uns verwundert angeschaut, da sie uns anfangs nicht erkannt haben. Es gab auch mal die Situation, dass Bewohner verängstigt waren, aber wer wäre das nicht. Einige Bewohner/innen haben anfangs nach uns geschlagen und gespuckt, aber wie möchte man auch jemanden richtig verstehen im Vollschutz.  Nach 2 Tagen hatte sich das aber alles eingespielt und wir hatten es trotzdem lustig. Angenehm so zu arbeiten war es nicht, aufgrund der Situation aber notwendig.

Es ist eine höhere körperliche Belastung so zu arbeiten, von den Einschränkungen davon mal ganz abzusehen.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass Corona auch ganz ohne Symptome verlaufen kann. Das ist das Gefährliche.

Alle Mitarbeiter/innen und Bewohner/innen, die Kontakt hatten, wurden getestet. Das Ergebnis war zum Glück negativ.

Wir konnten nach 1 Woche die Schutzmaßnahmen wieder auf den Mund-und-Nasenschutz zurückfahren. Dies war zur Freude aller. Auch die Bewohner/innen erkannten uns wieder. 

Wir geben alle unser Bestes, verzichten selbst auf viel, damit wir Ihre Angehörigen versorgen können. Es wird die Zeit kommen, wo Besuche auf dem Wohnbereich wieder möglich sind, vielleicht schon bald. Bis dahin sind wir da und darüber hinaus.

Wir sind sehr dankbar, dass wir bis jetzt keinen bestätigten Fall im Haus hatten. Uns wurde aber bewusst, wie schnell es gehen kann. Wir sind alle mit vollem Einsatz für Ihre Angehörigen da, würden uns aber trotzdem freuen, wenn wir die Zeit ohne Corona überstehen.

Unsere Hygienemaßnahen sind sehr gut wie sich gezeigt hat, aber auf Dauer so arbeiten muss nicht sein, wenn es sich vermeiden lässt.

Es ist keine leichte Zeit, aber gemeinsam können wir es schaffen.

Unsere Bewohner/innen sind uns sehr dankbar und es geht ihnen gut. Das sagen sie uns immer wieder.

 

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